Das fängt ja gut an – 340

Ein neues Gefühl für die Deutschen ab Mitternacht 19./20.11.2017:

der Nicht-regiert-werden-könnens-Schmerz!

Das Entsetzen: vier Wochen, nur damit CDU+CSU sich zusammenraufen plus fünf Wochen für eine Vierer-Sondierung… Währenddessen wurden 3…4…5 „Knackpunkte“ die ganze Zeit unter der Fußmatte verstekt – und am letzten Wochenende herausgeholt.

Das Konflikt-Management: verdient den Namen nicht – Danke Angela Merkel! (Ironie!)

Die kommende Metapher: „Das Blatt lag auf dem Tisch – aber keiner wollte es spielen!“ – ersatzweise: „Das Blatt lag auf dem Tisch – aber die FDP wollte es nicht spielen.“

Die Hölle für die meisten Printmedien: die Meldung kam nachdem die Druckerpressen angelaufen waren. Beileid! (echt…)

Alle haben es doch vorher gewußt: Sie erinnern sich? (Lange her!) „Die unmögliche Koalition.“ – „Das geht doch gar nicht!“

Erklärungsversuche: Überrascht werden wir feststellen, dass es anscheinend vier unterschiedliche „Blätter“ auf dem Tisch gab. Vielleicht saßen ja auch die vier Verhandlungsgruppen in unterschiedlichen Räumen – und haben es nicht gemerkt (Sarkasmus!). War ja auch so unübersichtlich, mit so vielen Koalitionären in jedem einzelnen Lager!

Nein! Da kommt keine Schadenfreude auf, denn den Schaden haben wir alle!

Man spürt fast körperlich, wie Angela Merkels Stern sinkt: trotz aller der langen Erfahrung im Amt hat Sie nicht die nötige Führungs-Stärke aufgebracht – Moderieren  ist eben doch keine Führung! Zeit Online stellt fest, dass FDP – Grüne – CSU (in dieser Reihenfolge) für das Scheitern verantwortlich seien: das sehe ich anders! Nur die CDU hatte (natürlich!) die Verantwortung für die FÜHRUNG des Prozesses – dort liegt die größte Schwäche. Der geschickte Herr Lindner wollte genau das brutal sichtbar werden lassen.

Ist das die Stunde des Frank Steinmeier?

Aphorismus des Tages: „Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.“ (Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551 – 479 v. Chr.)

Bild des Tages: Wo liegt Jamaika?

WoLiegtJamaika?

Herbert Börger

© Der Brandenburger Tor, Berlin, den 20.11.2017

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